Anbau von Johannisbeeren im Folientunnel

Die schwarze Johannisbeere ist eine Strauchpflanze, die häufig im Garten vorkommt. Die Früchte dieser Pflanze enthalten sehr viele Vitamine, fördern die Gesundheit und werden gerne zu Konfitüren, Säften und Konzentraten weiterverarbeitet. Im Anbau der Johannisbeeren ist es wichtig, wie bei jeder andern Pflanzenzucht, dass die richtigen Bedingungen für die Entwicklung der Pflanzen geschaffen werden. Folientunnel schützen die Pflanzen vor ungünstigen Wetterbedingungen, wie niedrige Temperaturen, intensiven und sauren Regenfällen und starken Windböen. Die Folie schützt die Früchte vor Amseln und Spatzen, die einen wesentlichen Anteil der Ernte verschlingen und dabei die Sträucher verunreinigen und beschädigen.

Standort für den Anbau von Johannisbeeren im Gartenfolientunnel

Die Johannisbeere mag leicht saure Lehm- oder sandige Lehmböden mit einem pH Wert von 6,0 bis 6,5. Starkes Wachstum erfolgt in durchlässigen Böden, die viel Wasser speichern können und was noch wichtiger ist, fruchtbar sind. Ein wichtiger Faktor beim Anlegen der Plantage ist der Schutz vor Frost. Die Blütezeit beginnt schon im April, in einem Monat, in dem niedrige Temperaturen immer noch die Vegetation der Pflanzen gefährden können. Folientunnel erzeugen ein Mikroklima und schützen die Johannisbeeren im wichtigsten für sie Moment. Die Folieneindeckung umhüllt die Sträucher und schafft optimale Bedingungen für die spätere Bildung von Früchten.

Boden für den Anbau von Johannisbeeren im Folientunnel

Die Vorbereitung des Untergrunds für das Anpflanzen von Johannisbeeren ist vorrangig bei neu anzulegenden Standorten. Die Fruchtfolge, Beseitigung von Unkraut und chemische Analyse des Bodens ergeben den Bedarf für den Einsatz von Düngemitteln. Das sind die wichtigsten, agrotechnischen Tätigkeiten, die auf den Entwicklungsprozess der Johannisbeeren Einfluss nehmen. Vorfrucht – die Pflanzen, die vor der Hauptfrucht gezüchtet werden, verbessern den phytosanitären Zustand des Bodens. Das Ziel für den Einsatz der Vorfrucht ist die Vorbereitung einer günstigen Bodenstruktur, Minderung von Krankheitsgefahren, Vorbeugung vor Agrophagenbefall und Bekämpfung von Unkraut. Häufig eingesetzte Pflanzen zur Vorfrucht für die Johannisbeeren sind Rüben, Senf und Schmetterlingspflanzen. Die Gründünger versorgen den Untergrund mit Stickstoff und verdrängen Unkraut, wenn sie anschließend eingepflügt werden, entsteht aus ihnen Humus. Böden mit niedrigen pH Werten (unter 6) werden gekalkt, bis der gewünscht pH Wert erreicht ist.

Johannisbeersorten für Anbau im Treibhaus

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Sorten liegen in den Wuchsformen, Reifezeit der Früchte und Krankheitsresistenz. Wenn die Erntezeit verlängert werden soll, werden dafür unterschiedliche Sorten angepflanzt, damit sie aufeinander folgend Früchte bilden.

In Deutschland dominieren Sorten wie Titania oder Ometa, die besonders für den Ökoanbau geeignet ist. Sie sind an das Klima in Deutschland angepasst aber nicht besonders gut für die Produktion in der Landwirtschaft geeignet. Die neusten Sorten wie Ben Hope, Ben Garin, Gracia, Gagatai und Ben Connan bilden schmackhafte, große und schnell reifende Früchte.

Pflanzen der Johannisbeersträucher im Folientunnel

Die Anpflanzung erfolgt im Herbst. Sträucher die im Folientreibhaus heranreifen, fangen noch vor dem Winter an das Wurzelsystem auszubilden. Das führt zu einem schnelleren Wachstum der Pflanzen im Frühjahr. Die Einführung der Johannisbeeren zu einem anderen Zeitpunkt in den Folientunnel ist nicht so günstig. Die Pflanzen werden 10 cm tiefer in die Erde eingegraben als sie es in der Pflanzenschule waren.

Pflege von Johannisbeeren im Folientunnel

  • Zuschneiden der Sträucher

Nach dem Anpflanzen der Sträucher im Gartentreibhaus wird der erste Zuschnitt durchgeführt, der den Pflanzen hilft, sich am neuen Standort zu akklimatisieren. Die Triebe werden 2 cm über dem zweiten Knoten, der aus der Erde herausragt, zugeschnitten. Auf diese Weise wird das Gleichgewicht zwischen dem oberen und unteren Teil der Pflanze hergestellt. Man muss darauf achten, das Wurzelwerk beim Zuschneiden nicht zu beschädigen.

In den folgenden drei Jahren werden alle verwelkten, beschädigten und zum Boden abfallenden Triebe zugeschnitten. Erst im vierten Jahr beginnt das eigentliche Zuschneiden. Damit werden die Sträucher einer Verjüngungskur unterzogen. Zugeschnitten werden alle vierjährigen, beschädigten und kranken Zweige.

  • Verjüngungszuschnitt

Nur die einjährigen Zweige tragen zur reichlichen Fruchtbildung an den Sträuchern bei, die neben dem Hauptstamm oder als Seitentriebe wachsen. Dieser Eingriff wird jedes Jahr wiederholt, damit die Sträucher viele junge Triebe entwickeln. Alte Zweige haben nur einen vernachlässigbaren Anteil an der Fruchtbildung.

Der beste Termin zum Zuschneiden ist Ende Februar und Anfang März bevor die Knospen aus dem Winterschlaf erwachen. Der Zuschnitt kann auch im Herbst nach der Ernte durchgeführt werden.

  • Bekämpfung von Unkraut

Unkraut entzieht der Nutzpflanze Wasser und Nährstoffe. Sie schwächen die Sträucher, die Fruchtbildung und die Entwicklung der Pflanze wird stark verlangsamt. Bevor mit der Bekämpfung begonnen wird, sollte zuerst festgestellt werden, welche Unkrautarten in der Plantage auftreten und vor allem, ob es sich dabei um einjährige oder mehrjährige Pflanzen handelt. Diese Information ermöglicht die Auswahl der richtigen Herbizide. Die Anpflanzung von Sträuchern kann erst vier Wochen nach dem Einsatz von Herbiziden beginnen. Unkraut sollte von Anfang an bekämpft werden. Das Anlegen von Herbizidstreifen ist dafür eine gute Methode und zwischen den Reihen kann die mechanische Brache angewandt werden. Im dritten und wichtigsten Jahr für die Johannisbeeren sollte Unkraut regelmäßig gemäht werden.

Aussaat von Grass ist eine weitere Methode zum Eindämmen von Unkraut. Beim Einsatz von Herbiziden muss man sich nach den für den Obstgartenbau zulässigen Substanzen erkundigen. Die Herbizidmengen werden an die Anbaufläche, Unkrautarten und Bodenzustand angepasst.

  • Düngung der Johannisbeeren

Die Düngung hängt von dem Nährstoffgehalt des Bodens und seiner Fähigkeit Mikro- und Makroelemente zu binden ab. Die chemische Analyse zeigt uns, mit welchen Nährstoffe der Boden angereichert werden sollte. Die Kosten für eine solche Untersuchung sind sehr gering. Die Vorteile, die wir dadurch erreichen, sind gesunde Sträucher und ertragreiche Ernten auf viele Jahre hinaus. Kalidünger wird im zweiten Jahr im Herbst eingesetzt und Phosphatdünger braucht überhaupt nicht verwendet werden, weil Johannisbeeren nur sehr wenig davon benötigen. Stickstoff wird in Form von Harnstoff oder Ammoniumsalpeter eingeführt. Die Menge hängt von der Intensität des Wachstums der Pflanzen und der Blattfärbung ab. Es sollte jedoch nicht mehr als 120 kgN/ha eingesetzt werden.

  • Krankheiten von Johannisbeeren

Jeder Befall von Pathogenen und Agrophagen hat Einfluss auf die Ernte. Johannisbeeren sind von vielen Krankheiten und Schädlingen bedroht. Ein großer Teil von ihnen vernichtet die Blätter, verlangsamt die Entwicklung der Blüten, verschlingt die Früchte oder mindert die Frostresistenz der Pflanzen.

Die entsprechende Pflege und Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mindert die Gefahr jeglichen Befalls. Sobald wir irgendwelche Veränderungen entdecken, müssen sie sofort untersucht und die entsprechenden Schutzmittel eingesetzt werden.

Die ersten Besprühungen der Johannisbeeren werden im April durchgeführt. Fungizide schützen die Sträucher vor dem Pilzbefall. Die zweite Besprühungen wird im Mai durchgeführt und anschließend werden sie in Abständen von 14 Tagen mit geringeren Konzentrationen vorgenommen.